Wenige Worte, viel Präsenz: „Du bist wütend, das ist hart. Ich bin bei dir.“ Vermeide Vorträge, Beschämung oder Vergleiche. Spiegeln bedeutet Erkennen, nicht Verstärken. Der Ton bleibt warm, der Körper ruhig. Nutze einfache Bilder, etwa „große Welle, die wieder abebbt“, um das Erleben zu rahmen. So bekennt das Kind schnell, gesehen zu sein, und kann die Intensität herunterregeln. Erst wenn die Ruhe zurückkehrt, sprechen wir über Lösungen – nicht mitten im Sturm.
Stoische Klarheit heißt nicht Kälte, sondern Verlässlichkeit. Formuliere Regeln positiv, halte sie knapp, wiederhole ohne Verärgerung. „Wir werfen nicht. Ich halte deine Hände, bis es sicher ist.“ Ein vorhersehbares Muster reduziert Widerstand, weil Kinder wissen, was folgt. Prüfe, ob die Grenze entwicklungsangemessen und konsistent ist. Pflege das Prinzip der „kleinsten wirksamen Intervention“: so viel Führung wie nötig, so viel Autonomie wie möglich. Das schenkt Würde und reduziert Machtkämpfe nachhaltig.
Nach dem Sturm ist die Lernchance am größten. Frage: „Was hat dir geholfen? Was probieren wir nächstes Mal?“ Halte es kurz, konkret, freundlich. Biete Wiedergutmachung an, die Beziehung stärkt: ein Bild malen, Spielzeug sortieren, eine Umarmung erfragen. So verknüpft das Kind Verantwortung mit Verbundenheit. Notiere eine Sache, die ihr beide gut gemacht habt, damit der Fokus nicht nur auf Fehlern liegt. Wiederholung verwandelt Einzelfälle in tragfähige Fähigkeiten.
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